Eigentlich wollten Carolin und ich euch diese Woche einen Einblick in die letzten Wochen unserer Firmengründung geben und voller Vorfreude die nächsten Meilensteine von glæd.works mit euch teilen. Doch mit den rassistischen, antifeministischen und spaltenden Äußerungen unseres Bundeskanzlers passte so ein unbeschwerter Post nicht.
Wir sind schockiert, gelähmt, angewidert – und gleichzeitig verspüren wir den Drang, aktiv zu werden. Wir fragen uns:
Was ist hier eigentlich los? Funktioniert unsere Demokratie nicht mehr? Was können wir tun? Wie sehen Lösungen aus, die Vielfalt und Solidarität stärken?
Und vor allem: worauf warten wir eigentlich?
Darauf, dass die AfD nachhaltig stärkste Kraft wird? Dass der Bundeskanzler weiter spaltet statt eint, Migration weiter als das größte Übel betitelt wird, anstatt dass Lösungen für alle Menschen erarbeitet werden? Dass soziale Ungerechtigkeiten weiter zunehmen, Klimaschutz zur Nebensache wird? Dass keine echten Konzepte für Integration erarbeitet werden und dass das Leben für viele noch teurer wird? Dass noch mehr Menschen auf der Flucht ihr Leben lassen, Totalitäres weiter an Zuspruch gewinnt?
Wollen wir uns weiter vom Populismus unterhalten lassen, weiter glauben, dass Demokratie auch ohne Engagement am Leben bleibt? Wollen wir unsere Verfassung und Menschenrechte wirklich verspielen - und damit auch die Möglichkeit selbst über unser Leben bestimmen zu können?
Waren wir nicht vor Kurzem noch auf der Straße um ‘Nie wieder ist jetzt’ zu rufen und für mehr Demokratie zu kämpfen? Und wann fangen wir wirklich an, Vielfalt als Chance zu begreifen, Minderheiten zu unterstützen, den Dialog zu suchen und gleiche Rechte und Wohlstand für alle Menschen als gemeinsames Ziel zu verstehen? Soll das allein die Aufgabe unserer Kinder werden?
Selbstkritisch gesprochen: natürlich ist es bequem, sich zurückzulehnen - und vieles scheint kompliziert und träge. Aber gerade jetzt ist demokratisches Denken und Handeln gefragt. Gemeinschaft, Solidarität, Hilfsbereitschaft, ein positives Menschenbild, Aufmerksamkeit – all das sind keine großen politischen Programme, sondern gelebte Grundhaltungen.
Also noch einmal: Worauf warten wir eigentlich?
Das Sofa, Netflix, LinkedIn und Instagram kommen doch auch mal ohne uns klar. Lasst uns aktiv werden: auf Demos, im Ehrenamt, in den sozialen Kanälen, in der Nachbarschaft, politisch auf kommunaler Ebene, als Eltern, Tanten, Onkel oder Freund:innen unserer Kinder. Im Hospiz oder auf dem Sportplatz.
Und die, die schon aktiv sind: Helft denen, die jetzt beginnen wollen. Reicht ihnen die Hand, teilt euer Wissen, stärkt ihr Vertrauen, erleichtert ihnen den Einstieg, damit wir viele werden. Viele, die mithelfen, die eine Stimme haben, die unsere Gemeinschaft gestalten. Die nicht spalten, sondern einen.