Wie treffe ich eine Entscheidung, wenn mich keine richtig anschreit
Wir haben uns als Team vor einigen Wochen ins Buch geschrieben, dass wir jede Woche mindestens einen Artikel, einen Beitrag oder eine News in unseren Blog schreiben wollen. Es gibt einen Redaktionsplan und eine Themensammlung. Wer etwas schreiben möchte, wählt ein Thema aus dieser Liste oder etwas eigenes.
Beim Frühstück habe ich nun darüber nachgedacht, für welches Thema ich mich diese Woche entscheide. Manchmal gab es konkrete Anlässe, zu denen ich etwas verfasst habe, manchmal war ein Thema gerade ‘aktuell’. Heute fehlte mir diese Entscheidungshilfe - und genau darüber habe ich nachgedacht:
🟠 Wie treffe ich gute Entscheidungen
Zahlen, Argumente, Pro-und-Contra-Listen - alles Ansätze, damit ich mir meiner Optionen bewusst werde. Und trotzdem kann es dazu kommen, dass sich nichts stimmig anfühlt. Nicht falsch – aber auch nicht richtig.
Wir haben gelernt, gute Entscheidungen rational zu begründen. Logisch, objektiv, nachvollziehbar. Das gibt Sicherheit. Doch viele Entscheidungen betreffen nicht nur Prozesse, sondern meinen uns selbst, unsere Identität: Wer will ich sein? Wofür stehe ich? Was ist mir wichtig?
💬 Werte sind Entscheidungshilfe
Wer seine Werte kennt, trifft schneller und klarer Entscheidungen. Nicht, weil alles einfacher wird – sondern weil vieles automatisch wegfällt. Werte beantworten Fragen wie:
Fühlt sich diese Entscheidung authentisch an? Unterstützt sie das Leben oder Arbeiten, das ich führen will? Würde ich diese Entscheidung auch vertreten, wenn niemand zuschaut?
🧡 Gefühle sind Daten
Gefühle sind keine Gegner rationaler Entscheidungen. Sie sind Information. Ein ungutes Gefühl ist oft kein Zeichen von Angst, sondern von fehlender Übereinstimmung. Innere Überzeugung und äußere Option passen nicht. Umgekehrt ist ein inneres „Ja“ oft der stärkste Hinweis, dass eine Entscheidung richtig ist – selbst wenn nicht alle Fakten eindeutig sind.
Gefühlsbasierte Entscheidungen sind also nicht unüberlegt. Sie basieren auf Erfahrungen, Werten und innerer Stimmigkeit. Hierzu hat die Neue Narrative einen wunderbare Artikel in ihrer "Feelings" Ausgabe verfasst.
🫣 Ein bisschen Persönliches
Ich glaube nicht an rein faktenbasierte Entscheidungen. Und ich glaube auch nicht daran, Gefühle zu „kontrollieren“, bevor man entscheidet. Ich glaube daran, sich selbst und die eigenen Werte ernst zu nehmen. Und Entscheidungen so zu treffen, dass man sie innerlich vertreten kann – auch dann, wenn sie erklärungsbedürftig sind.
🟠 Long story short
Wertebasiertes Entscheiden kann Mut kosten, Konflikte auslösen oder kurzfristig Nachteile bringen. Aber sie erzeugt innere Klarheit – und die trägt langfristig. Wenn Kopf und Gefühl in dieselbe Richtung zeigen, entsteht eine besondere Form von Sicherheit: nicht, weil das Ergebnis garantiert ist, sondern weil du dahinter stehen kannst.
Denn am Ende müssen wir mit unseren Entscheidungen leben.