🙄 Er hängt uns allen schon lange zu den Ohren heraus: der klassische Marketing-Claim “Tue Gutes und rede darüber”. Aber was, wenn wir den Claim uminterpretieren? Wenn es nicht um den Verkauf unseres Produktes geht, sondern einfach darum, über gute Taten zu sprechen? Brauchen gute Taten Marketing?
Meine Antwort darauf ist ein ganz klares Ja.
🌊 Es ist wissenschaftlich belegt, dass gute Taten und Freundlichkeit ansteckend sind - der sog. Ripple Effect. Deine freundlichen Worte zu deiner Sitznachbarin in der U-Bahn könnten dazu führen, dass sie ins Büro fährt und ebenfalls etwas Nettes tun möchte - dem neuen Kollegen einen Kaffee zu machen zum Beispiel. Es entsteht quasi ein Sog in Richtung Freundlichkeit.
🤐 Freundlich zu sein lohnt sich also und bewirkt meist mehr, als man denkt. Aber darüber zu reden? Habt ihr das schon mal gemacht? Also, wenn ich mich überhaupt traue, was zu erzählen, dann begegnet mir häufig eine Mischung aus unangenehmem Zur-Kenntnis-Nehmen, Zynismus und Spott. Darüber redet man doch nicht, man macht es einfach. Aber ist es sinnvoll, gute Taten nur im Geheimen zu begehen?
Es ist doch paradox, dass wir das Reden über gute Taten stigmatisieren.
Diese übertriebene Bescheidenheit ist aus meiner Sicht etwas sehr Deutsches. Bloß nicht zu aufdringlich sein - besonders als Frau.
🥳 Auch wenn ich in großen Teilen kein Fan der US-amerikanischen Kultur bin, so mag ich den gesellschaftskulturellen Aspekt sehr, bei dem Mitschüler:innen für ihre guten Noten gefeiert und nicht als Streber:in gemobbt werden und auch, dass das Ehrenamt schon bei Jugendlichen gefördert und normalisiert wird.
🫶 Woher soll unser Optimismus kommen, wenn wir eine schlechte Nachricht nach der nächsten in unserem Feed haben? Wie wollen wir andere Menschen inspirieren, etwas für unsere Gemeinschaft zu tun, wenn wir darüber nicht reden? Wie können wir uns als Gesellschaft positiv entwickeln, wenn wir uns nur auf die Missstände fokussieren?
📣 Daher rufe ich uns alle explizit dazu auf: Lasst uns gute Nachrichten verbreiten! Erzählt uns von euren guten Taten: von euren Ehrenämtern, von kleinen Gesten der Freundlichkeit, von großen oder kleinen Spenden, an Vereine, an Obdachlose, erzählt einfach von allem. Lasst uns normalisieren, dass Gutes passiert und wir alle dafür verantwortlich sind.