Freitag Abend hatte ich einen dieser Momente: Am Rande der Kieler Woche an einem warmen Sommerabend. Freunde neben mir, Heißluftballons am Himmel und der Sound einer Konzertbühne im Hintergrund. Da kam mir der Gedanke: Wie gut ich es habe!
Gesund. Familie. Sinnvolle Arbeit. Sicheres Zuhause.
Alles Dinge, die ich mir an einem normalen Montag um 10 Uhr morgens meist nicht vor Augen führe. Ich weiß ja rational, dass ich zu den Privilegierten gehöre. Aber wissen und fühlen sind zwei verschiedene Dinge und für das Fühlen nehme ich mir in meinem vollgepackten Alltag oft viel zu wenig Zeit und Raum.
Stattdessen schleichen sich gerne mal Vergleiche in meinem Kopf ein. Mit Kolleginnen, die scheinbar müheloser Skills ausbauen. Mit Freund:innen, die gerade ein Haus kaufen. Mit dem LinkedIn-Feed, der suggeriert, dass der Tag bei anderen mindestens 30 Stunden haben muss. Das passiert irgendwie automatisch und ist nur kurz in meinem Kopf. Dabei möchte ich doch eigentlich viel mehr mein Glück im Alltäglichen wahrnehmen und von diesem Gefühl durch den Tag getragen werden. Genauso wie gestern durch den Abend.
Ich nehme mir vor das Glück im Kleinen nicht nur zu wissen, sondern auch zu fühlen.