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Authentizität

29. April 2026

Schrift: Echt sein. Unperfekt sein.

Authentisch zu sein bedeutet für mich, dass ich für meine Meinung eintrete (#haltungzeigen) oder einen Fehler eingestehe. Dass ich die Werte, die hier auf unserer Website stehen, auch tatsächlich lebe. Es zeigt sich, wenn ich meiner Tochter nicht pauschal sage, dass sie ALLES gut kann, sondern ihr wertschätzend helfe, ein Bewusstsein für ihre Stärken zu bekommen. Authentizität finde ich gleichermaßen schwer und unglaublich erstrebenswert.

Ich muss mich manchmal überwinden, denn ich gebe damit auch etwas von mir preis (meine Haltung, meine Meinung, meine Fehler). Das macht mich in dem Moment verletzlicher, als wenn ich unnahbar bleibe. Aber es lohnt sich total: ich investiere in eine Beziehung. Ich gebe der Person gegenüber etwas, an das sie anknüpfen kann. Damit schenke ich ihr auch ein wenig Vertrauen, dass sie mit dem, was ich von mir preisgebe, gut umgeht.

Klingt irgendwie abstrakt? Ich versuche es mal mit einem Beispiel:

Ich kann sagen: “Für Authentizität braucht es eine gute Fehlerkultur und sichere Räume.” Das stimmt zwar, aber viel von meiner Person lest ihr dann noch nicht. Ich kann aber auch sagen: “Obwohl mir Authentizität so wichtig ist, kostet es mich immer wieder Überwindung, jemandem etwas zu sagen, das er oder sie möglicherweise gerade nicht hören will.” Das ist schon besser, denn ich erzähle von mir. Allerdings ist es immer noch eher allgemein.

Jetzt erzähle ich euch aber Folgendes:

Wir haben diese Woche bei @glaed.works an unserem Teamtag die Werte Mut, Klarheit und Positivität für unsere Zusammenarbeit identifiziert und somit einen ersten, wichtigen Schritt gemacht. Und doch stehen wir auch noch am Anfang.

Bin ich jetzt zu jeder Zeit so mutig, ein unangenehmes Gespräch zu suchen, damit sich keine Gefühle anstauen? Nein. Ich weiß aber, dass es das Richtige wäre und übe mich in kleinen Dingen. Ich gebe kritisches Feedback, um gemeinsam ein besseres Arbeitsergebnis zu erzielen - und vertraue darauf, dass meine Kollegin meinen Wunsch erkennt, dass wir uns unterstützen und entwickeln. Und doch ist es kurz unangenehm.

Wir sind noch nicht da, wo wir als Team hin wollen, aber das ist ok. Wir akzeptieren uns und arbeiten dran.

Wenn ich, so wie in den letzten Absätzen, viel preisgebe, dann eröffnet sich ein Gesprächsraum. Über mich und uns, über euch. Wir sind alle unperfekt. Wenn wir mehr davon erzählen, können wir einander viel besser unterstützen und gemeinsame Lösungen finden. Wir entdecken Verbündete und müssen keine Energie für das Aufrechterhalten der Maske aufwenden.

Hier kommt also mein Aufruf: Lasst uns authentischer werden. Kratzt alles an Mut zusammen, was ihr finden könnt, und seid echt in dieser Welt: Unperfekt und wertvoll. 🧡

Portrait von Caro.

Geschrieben von Caro

Co-Founder

Caro ist Mitbegründerin von glæd.works und leidenschaftliche Verfechterin von wertebasierter Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Sie ist überzeugt davon, dass die Arbeit der Zukunft dort entsteht, wo Vertrauen, Eigenverantwortung und echte Mitgestaltung gelebt werden.

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